Eidesstattliche Erklärung

"Die "Kronen-Zeitung" hat wieder Post bekommen. FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz hat ihre heute für die restlichen Medien verlesene eidesstattliche Distanzierung vom Nationalsozialismus dem "geehrten Chefredakteur" der Krone samt einem handgeschriebenen Brief persönlich geschickt. In dem Schreiben, das in der Dienstag-Ausgabe der Zeitung als Faksimile gedruckt wurde, heißt es wörtlich: "Sehr geehrter Herr Chefredakteur! Ich darf Ihnen beiliegenden Text, den ich heute den Medien vortragen werde und eidesstattlich abzeichnen werde, zu Ihrer geschätzten Kenntnis bringen. Mit vorzüglicher Hochachtung und freundlichen Grüßen. Ihre Barbara Rosenkranz." Quelle: Der Standard

"Krone"-Herausgeber Hans Dichand hat am Wochenende von Rosenkranz eine entsprechende Erklärung verlangt, nach dem die Freiheitliche eine Debatte über das NS-Verbotsgesetz ausgelöst hatte.

Kronen Zeitung vom 09.03.2010 Seite: 3


Peter Gnam, "Kronen Zeitung" vom 09.03.2010 Seite: 3 "(...) Unterschrift von Barbara Rosenkranz unter eine der "Krone" schriftlich angekündigten eidesstattlichen Erklärung, in der sie die Verbrechen des Nationalsozialismus verurteilt und sich von der NS-Ideologie entschieden distanziert. In der Erklärung verurteilt Rosenkranz "aus Überzeugung die Verbrechen des Nationalsozialismus", und sie distanziert sich "entschieden von der Ideologie des Nationalsozialismus". Darüber hinaus betont Rosenkranz, dass sie das Verbotsgesetz als Symbol für die Abgrenzung vom Nationalsozialismus niemals in Frage gestellt habe und es auch nicht in Frage stellen werde. Interpretationen von Medien, sie wolle dieses Gesetz abschaffen, weist Rosenkranz "entschieden" zurück. (...)"

DER STANDARD, 10.3.2010 "(...)"Die Vielfalt der Meinungen ihres Herausgebers und der Redakteure" bestimmt laut Impressum die "Richtung" der Kronen Zeitung. Wer nicht der Meinung des Herausgebers ist, fügt sich und schweigt, sagte Außenpolitiker Kurt Seinitz noch in der legendären Krone-Dokumentation Tag für Tag ein Boulevardstück. Doch nun haben Krone-Journalisten den so bestimmenden Herausgeber nach Standard-Infos aus mehreren Quellen umgestimmt. Krone-Journalisten sprachen wegen Rosenkranz von "besonders dunklen" Tagen, um sich mit ihrem Medium zu identifizieren, und vom "Schämen". Als Wortführer des internen Protests kolportiert: der sonst nicht gerade als Widerstandsgeist bekannte stellvertretende Krone-Chefredakteur und -Wirtschaftschef Georg Wailand, nebenbei Herausgeber und Eigentümer des Gewinn. Nicht mit Scham sollen Wailand (und andere Redakteure) Dichand senior überzeugt haben: Mehrere tausend Abonnenten wollten in relevanter Zahl wegen seiner klaren Wahlwerbung für Rosenkranz ihre Abos kündigen. Auch Werbekunden sollen deshalb mit Stornos gedroht haben. (...) Nach diesen Informationen steckten also wirtschaftliche Gründe hinter Catos Schwenk vom Freitag, als er plötzlich per Kolumne von Rosenkranz forderte, sie möge sich "von allen nationalsozialistischen Gedanken eidesstattlich distanzieren". Was die FPÖ-Kandidatin Montag pflichtschuldig apportierte. Weder Wailand noch der Chefredakteur und Sohn des Krone-Herausgebers, Christoph Dichand, riefen zurück."

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