Der dunkelrote Kakao des Autors Franzobel und die linken Pseudo-Intellektuellen
"Kronen Zeitung" vom 24.02.2010 Seite: 50 "Er hat "zugeschlagen" Franzobel, umstrittener oberösterreichischer Autor, bemüht sich, die Bühnen- und Filmlegende Hans Moser "vom Sockel zu stoßen" (...). "Moser oder Die Passion des Wochenend-Wohnzimmergottes" wird morgen, Donnerstag, im Theater in der Josefstadt uraufgeführt. Ein Auftragsstück des Josefstadt-Chefs Herbert Föttinger, das Mosers Rolle in der Nazi-Zeit und seine angebliche Anbiederung an das Regime wegen seiner jüdischen Frau thematisiert. (...)"
"Kronen Zeitung" vom 24.02.2010 Seite: 2 "Jeannée-Post an Hans Moser . . . im Himmel. Anlass: die morgige Premiere des Stücks "Moser" im Josefstädter Theater, in welchem der Mime als hellbrauner Quasi-Nazi durch den dunkelroten Kakao des Autors Franzobel gezogen wird. (...)"
Post von Jeannée, "Kronen Zeitung" vom 24.02.2010 Seite: 14 "Lieber Hans Moser im Himmel, es war nur eine Frage der Zeit in Zeiten wie diesen, dass Sie Dich ins Visier nehmen. Die Attacke heißt "Moser", ist ein Theaterstück des sattsam bekannten Tinten-Provokateurs Franzobel und hat morgen im Theater in der Josefstadt Premiere (...)"
Mag. Peter Terzer, "Kronen Zeitung" vom 27.02.2010 Seite: 25 "(...) Was wäre passiert, hätte der Herr Literat Franzobel zur Zeit der Naziherrschaft gelebt? Er wäre schnurstracks nach Berlin gefahren und hätte mit den Worten "Sie Scheusal!" Hitler eine Kugel in den Kopf geschossen. Oder aber er wäre aufgrund seines ihm eigenen blanken Zynismus und ob seiner spitzen Feder Redakteur des "Völkischen Beobachters" geworden und hätte in der Giftküche des Dr. Goebbels kräftig mitgemischt. Wer kann das heute sagen? Franzobel ist so wie ich Jahrgang 1967, und er sollte dem Herrgott täglich auf Knien danken, dass er jene Periode nur aus Büchern kennt. Hans Moser hat sich angesichts der drohenden Verfolgung seiner jüdischen Frau im damaligen Deutschland vorbildhaft verhalten: Man muss schon einen sehr durchtriebenen Charakter (oder aber gar keinen) haben, um da "Opportunismus" oder ein "Sich-Durchlavieren" erkennen zu können. (...)"
Stefan Scharl, "Kronen Zeitung" vom 28.02.2010 Seite: 24 "In Franzobels Theaterstück über Hans Moser spielt Erwin Steinhauer den "alten Moser". Hans Moser Ein paar linke Pseudo-Intellektuelle und sich sicher selbst zur geistigen Elite zählende Personen in unserem Land haben nichts Besseres zu tun, als den damals sehr beliebten Volksschauspieler Hans Moser in einem unter fragwürdigen Gesichtspunkten - Missbrauch von Kunst und Kultur? - inszenierten "Stück" ins nationalsozialistische Eck zu stellen, weil er es damals in einem Brief an Adolf Hitler gewagt hat, um das Leben seiner jüdischen Frau zu bitten und diese somit vor dem sicheren Tod zu bewahren. (...)"
Franz Weinpolter, "Kronen Zeitung" vom 02.03.2010 Seite: 24, "Im Fernsehen konnte man das Publikum des Theaters in der Josefstadt anlässlich eines drittklassigen Theaterstückes, in welchem der unvergessene Hans Moser von einem Schmieren-Literaten als charakterloser Nazi-Mitläufer verunglimpft wird, jubeln und klatschen sehen. Entweder waren bei dieser Premiere nur Claqueure anwesend, oder ein gewisses Publikum beklatscht heutzutage wirklich schon alles, selbst wenn es sich um den größten Schmarren handelt - sogar die Schweinereien in der Wiener Secession werden von manchen Leuten bejubelt. Die "Kunst" wird tagtäglich perverser - und findet trotzdem Jubelperser!"
Ö1, "Von Tag zu Tag", Zu Gast bei Günter Kaindlstorfer ist der Schriftsteller Franzobel. Franzobel "(...) die ganze Sache ist natürlich sehr skandalisiert und polemisiert worden, obwohl ich immer gesagt habe, dass dem nicht so ist, haben die Medien das trotzdem aufgegriffen, haben gesagt, es wird Hans Moser als Nazi diffamiert, er wird als Mitläufer diffamiert, was im Stück ja so überhaupt nicht vorkommt. (...) der durch die Medien angekündigte Skandal hat natürlich nicht stattgefunden. (ad Medien) da werden einem wirklich die Worte im Mund verdreht und ich kann zehnmal sagen, ich stoße Hans Moser nicht vom Sockel. (Aussendung von HC Strache: "der unvergleichliche Hans Moser werde hier in einem geschmacklosen Sudelstück mit Steuergeldern in den Dreck gezog" (...) Mich hat interessiert, wie man sich verhält unter schrecklichen Umständen in einer schrecklichen Zeit (...) Strache, der das als Sudelstück bezeichnet, der sagt, der Direktor der das Theater in den Abgrund fuhrwerkt, soll sofort zurücktreten, er sagt das ja nicht in Kenntnis des Stückes, er hat´s weder gesehen noch hat er den Text gelesen (...) und von daher ist das schon etwas sehr heftiges (...) mein Umgang mit Hans Moser, (...) wirklich ein sympathisches Bild von diesem großartigen Schauspieler zeigt (...) Er wird durch Umstände gezwungen, sich zu verbiegen, weil er sonst keine Chance gehabt hat, dass seine Frau überleben kann, dass er vielleicht selber überleben kann, dass er weiter große Rollen bekommt, er war schon gefangen durch die Umstände und hat in dieser Zeit sehr viel gelitten. (...) Er wird nicht vom Sockel gestoßen, sondern es wird sein Kampf gezeigt, es wird sein Bemühen um Haltung gezeigt, was ja nicht einfach ist in dieser Situation (...) Ich sehe ihn eigentlich als sehr unpolitischen Menschen (...) er wollte einfach seine Kunst machen, das ist seine Berufung. (...)"
